Im fünften Jahr seines Bestehens schlägt das 3RIDES ein völlig neues Kapitel auf. Die beliebte deutsche Gravel-Eventreihe verlässt ihren bisherigen Fixpunkt Aachen und zieht vom 17. bis 19. Juli 2026 nach Winterberg um. In der Rad- und Wintersport-Hochburg des Sauerlands wartet ein runderneuertes, hochambitioniertes Eventkonzept auf die Szene. Das absolute Novum: das erste dreitägige Gravel Stage Race auf deutschem Boden inklusive eines offiziellen Qualifikationslaufes zur UCI Gravel-Weltmeisterschaft. Parallel dazu wird das Angebot an epischen Langstrecken-Rides für Breitensportler massiv ausgebaut, flankiert von einer großen Bike-Expo im Event-Zentrum. Wir haben das Streckenmenü, die harten Fakten und das Service-Paket für die Radclub-Community analysiert.

Wer die Topographie rund um Winterberg kennt, weiß, dass flache Roller-Kilometer hier absolute Mangelware sind. Das dichte Netz aus weitläufigen Forstwegen, knackigen Steilrampen und welligen Schotterpisten bietet das perfekte Terrain für ein modernes Offroad-Event. Die Macher der 3RIDES nutzen diese Gegebenheiten für ein duales Konzept, das sowohl kompromisslose Rennfahrer als auch entspannte Marathon-Spezialisten anspricht.
Sportliches Novum: Das Gravel Stage Race

Erstmals bündelt 3RIDES den kompetitiven Gedanken in einem echten Etappenrennen über drei Tage. Das Format bietet maximale Flexibilität: Ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer kämpfen in der dreitägigen Gesamtwertung um das offizielle Führungstrikot, während Genussfahrer oder Kurzentschlossene die Etappen auch einzeln bestreiten oder flexibel mit den Jedermann-Rides am Samstag kombinieren können.
Freitag, 17. Juli – Stage 1: Das Gravel-Zeitfahren
Die Eckdaten: 14 Kilometer | ca. 300 Höhenmeter | 1 Runde
Das Profil: Die Veranstalter betiteln den Auftakt treffend als „Gravel-Achterbahn“. Das Rennen wird im Einzelstart-Modus gegen die Uhr ausgetragen. Die Strecke führt durch das Areal nordwestlich von Winterberg und weist einen Schotter-Anteil von satten 90 Prozent auf.
Radclub-Einschätzung: Ein knackiger, laktatgeladener Formtest. Für die Etappenjäger legt dieser Prolog das fundamentale Zeitgerüst für die Gesamtwertung. Gleichzeitig ist das Format ideal für Hobbyfahrer ohne jede Rennerfahrung, um ohne großen Druck und auf kurzer Distanz echte Wettkampfluft zu schnuppern.
Samstag, 18. Juli – Stage 2: Die Winterberger Nordschleife
Die Eckdaten: 70 oder 105 Kilometer | 1.700 oder 2.550 Höhenmeter | 2 oder 3 Runden
Das Profil: Herzstück des Samstags ist eine 35 Kilometer lange Runde, die je nach Altersklasse zwei- oder dreimal absolviert werden muss. Jede Schleife schlägt mit amtlichen 850 Höhenmetern zu Buche. Asphalt bildet hier die absolute Ausnahme und beschränkt sich auf kurze Verbindungsstücke. Die Route führt abwechselnd tief nach Norden und Süden in die Täler hinab, während der topographische Höhepunkt die Passage am Kahlen Asten auf knapp 842 Metern Höhe markiert. Ein geographisches Detail am Rande: Die Runde quert gleich mehrfach die markante Wasserscheide zwischen Rhein und Weser.
Radclub-Einschätzung: Ein schwerer Kurs, der ein kluges Pacing verlangt. Wer hier in den giftigen Gegenanstiegen zu früh überzieht, bezahlt auf der Schlussrunde oder spätestens am Sonntag einen hohen Tribut.
Sonntag, 19. Juli – Stage 3: Das Finale & UCI Gravel World Series
Die Eckdaten: 86 oder 129 Kilometer | 2.000 oder 3.000 Höhenmeter | 2 oder 3 Runden
Das Profil: Die Schlussetappe wartet mit internationalem Flair auf. Als offizieller Teil der UCI Gravel World Series geht es am Sonntag nicht nur um den Gesamtsieg des Wochenendes, sondern um die Tickets für die UCI Gravel-Weltmeisterschaften 2026 im australischen Nannup. Die besten 25 Prozent jeder Altersklasse qualifizieren sich für das WM-Rennen in Down Under. Auf dem Papier ist die Streckenführung zwar etwas leichter und rollerfreundlicher konzipiert, doch die schiere Masse an Wellen macht die Etappe zum Scharfrichter: Rund 20 Anstiege pro Runde müssen bezwungen werden, wobei der längste Berg knapp 300 Höhenmeter am Stück misst.
Radclub-Einschätzung: Aufgrund des UCI-Status ist hier mit einer extrem schnellen und taktischen Fahrweise zu rechnen. Ein echtes Ausscheidungsrennen, bei dem das Material und die Ausdauer bis aufs Äußerste gefordert werden.
Die Breitensport-Alternative: Die Gravel Rides am Samstag

Wer keinen Renndruck oder Platzierungskämpfe sucht, sondern die Faszination des Sauerlands im eigenen Tempo erleben will, steuert den Samstag an. Für das Jahr 2026 wurde das Angebot an Jedermann-Rides nochmals deutlich erweitert.
Das sportliche Credo lautet hier „Unsupported Light“: Die Teilnehmer navigieren eigenständig per GPS-Gerät entlang des vorab bereitgestellten Tracks, greifen im Hintergrund jedoch auf den vollen logistischen Komfort des 3RIDES-Services zurück. Allen drei Strecken gemein sind die hohen Offroad-Quoten von rund drei Vierteln sowie weite Panorama-Ausblicke über das „Land der tausend Berge“.
- Gravel Ride 100: 100 km | 2.200 Höhenmeter | 73 % Offroad | Startfenster: Samstag, 09:00 – 10:00 Uhr
- Gravel Ride 150: 150 km | 3.600 Höhenmeter | 74 % Offroad | Startfenster: Samstag, 08:00 – 09:00 Uhr
- Gravel Ride 200: 200 km | 4.900 Höhenmeter | 77 % Offroad | Startfenster: Samstag, 07:00 – 08:00 Uhr
Gerade die 200-Kilometer-Schleife kratzt mit fast 5.000 Höhenmetern an der Grenze des fahrbaren Marathonbereichs und verlangt auch ohne Zeitnahme eine exzellente Physis sowie eine angepasste, bergtaugliche Übersetzung am Gravelbike.
Festival-Vibe im Center: Die 3RIDES Bike-Expo

Ein wesentlicher Faktor, der das 3RIDES von einer reinen Rennveranstaltung unterscheidet, ist der ausgeprägte Festival-Charakter im Start- und Zielbereich. Als Event aus dem Hause BVA BikeMedia bringt das Festival eine hochkarätig besetzte Bike-Expo direkt an die Strecke nach Winterberg.
Für Material-Gourmets und Tech-Nerds ist die Expo-Area die zentrale Anlaufstelle am Wochenende:
- Messe & Neuheiten: Namhafte Branchen-Größen und innovative Nischenmarken präsentieren die neuesten Gravel-Modelle, Highend-Laufradsätze, spezialisiertes Bikepacking-Equipment und die aktuellste Offroad-Elektronik. Viele Aussteller bieten Testbikes und Zubehör direkt zum Ausprobieren an.
- Bühnenprogramm & Wissen: Auf der zentralen Eventbühne läuft an allen drei Tagen ein abwechslungsreiches Programm. Experten-Talks zu Trainingssteuerung und Bike-Fitting wechseln sich ab mit praxisnahen Workshops zum Thema Reifen- und Pannentechnik oder Routenplanung für das nächste Bikepacking-Abenteuer. Prominente Botschafter und Szeneköpfe stehen für Anekdoten und Tech-Fragen bereit.
- Mitmach-Angebote & Kids-Area: Das Event versteht sich als Treffpunkt für die ganze Familie. Während die Großen über Schotterpisten jagen oder Fachgespräche führen, wartet auf die jüngsten Radfans eine eigene Kids-Area. Mit Geschicklichkeitsparcours, professionellen Fahrtrainings sowie täglichen Laufrad- und “Fat-Tire”-Rennen wird dem Nachwuchs spielerisch der Spaß am Offroad-Sport vermittelt.
- Streetfood & Community: Abgerundet wird die Expo durch ein vielseitiges kulinarisches Angebot und Verpflegungsstände, die das Areal nach den Rennen zum perfekten Ort für das obligatorische Finisher-Kaltgetränk und den Austausch innerhalb der Gravel-Community machen.
Anmeldung, Startgebühren & Rundum-Sorglos-Service
Die Teilnahme an den Gravel Rides ist grundsätzlich ab dem 18. Lebensjahr möglich. Jüngere Nachwuchstalente, die ebenfalls an den Start gehen möchten, können sich im Vorfeld direkt an die Organisation unter service@3rides.de wenden, um eine individuelle Sondergenehmigung abzustimmen.
Die Startgebühren für die samstäglichen Gravel Rides sind in einem gestaffelten, zeitabhängigen Preissystem organisiert. Frühbucher werden belohnt:
- Phase 1 (06.10.2025 bis 30.11.2025): 55,00 Euro
- Phase 2 (01.12.2025 bis 31.05.2026): 60,00 Euro
- Phase 3 (01.06.2026 bis 12.07.2026): 65,00 Euro
- Nachmeldungen (ab dem 13.07.2026): 75,00 Euro
Das Rundum-Sorglos-Starterpaket
Für ihr Geld erhalten die Teilnehmenden der Gravel Rides ein umfangreiches Leistungspaket, das den reinen Charakter einer klassischen RTF deutlich übersteigt:
- Bekleidung & Erinnerung: Ein offizielles 3RIDES Gravel Ride Finisher-Shirt, eine hochwertige Finisher-Medaille sowie eine personalisierte Urkunde zum anschließenden Download.
- Ausstattung & Orga: Eine exklusive 3RIDES-Trinkflasche, die personalisierte Startnummer sowie der exakte, im Vorfeld geprüfte GPX-Track zur fehlerfreien Navigation.
- Versorgung & Support: Reichhaltige, auf die energetischen Bedürfnisse von Langstreckenfahrern abgestimmte Verpflegung auf den Strecken sowie direkt im Zielbereich. Ein technischer Pannenservice steht am Start- und Zielort bereit.
- Infrastruktur vor Ort: Ein professioneller Foto-Service durch Sportograf, ein bewachter Fahrradparkplatz (Bike-Parking) zur sicheren Verwahrung des Sportgeräts während des Expo-Besuchs sowie ein Bike Wash im Zielbereich, um den Sauerländer Schotterstaub direkt von Kette und Rahmen zu waschen.
Fazit für die Radclub-Community
Der Umzug nach Winterberg ist ein strategisch kluger und konsequenter Schritt für die Serie. Durch die geografische Verlagerung gewinnt das Event massiv an topographischer Tiefe. Mit dem neuen dreitägigen Etappenrennen setzt 3RIDES einen echten Benchmark in der deutschen Rennlandschaft, während die massiven Marathon-Distanzen der Gravel Rides am Samstag exakt den Nerv der “Long-Distance”-Community treffen. Zusammen mit der großen Bike-Expo, den Tech-Talks und dem Rahmenprogramm im Festival-Zentrum schnüren die Veranstalter ein stimmiges Gesamtpaket. Egal ob UCI-Lizenzjäger, Material-Afficionado oder “Unsupported”-Abenteurer – das Wochenende Mitte Juli im Sauerland gehört fett im Kalender markiert.
Fotos: © Leon van Bon