Mit dicker Übersetzung 27 Prozent Steigung hoch

Nach Tre Valli Varesine ist Bernd Hornetz, Sportlicher Leiter im R2C2, den Granfondo Il Lombardia gefahren. Sein Rennbericht.

Am Samstag der Herbstklassiker Lombardei-Rundfahrt, am Sonntag durften wir Granfodisti uns auf einem Teil der Originalstrecke inklusive der zwei berüchtigten Hauptanstiege Sormano und Ghisallo austoben.

Obwohl der Granfondo auf 110 der 243 Profikilometer geschrumpft wurde, gab es für die 2500 Teilnehmer reichlich Gelegenheit dazu, und wie üblich gingen die Attacken ab KM Null los.
Der Hammer des Tages zur Colma di Sormano mit gut 700 Höhenmetern wartete schon ab Kilometer 25. Dort löste sich die Spitzengruppe von noch gefühlt 50 Fahrern schlagartig auf.
Die ersten Kilometer hatte ich die Favoriten noch auf Sichtweite, entschloss mich jedoch schnell meinen eigenen Rhythmus zu wählen, um an den finalen 1,8 Kilometern der Steigung, die Muro die Sormano mit 280 Höhenmetern, noch genügend frische Beine zu haben.

Wir hatten die komplette Strecke schon am Freitag abgefahren, was in jedem Fall zu empfehlen ist, auch um die engen, anspruchsvollen Abfahrten zu besichtigen.

Aber nach den von Beginn an sehr intensiven Rennkilometern fühlte sich das Unterfangen sehr viel strapaziöser an und die Wattzahlen blieben knapp unter der Besichtigungsfahrt!
Etwa an Position 20 ging es in die Muro hinein, immer die gleichen drei bis vier Fahrer um mich herum.

Meine 36/28er-Übersetzung war natürlich viel zu dick, um die bis zu 27 Prozent steilen Passagen halbwegs effektiv und mit bestmöglicher Wattleistung zu überwinden. 34/30, noch besser 35/33 hätte es gebraucht. Die Trittfrequenz fiel so unter K3-Trainingsniveau, ich musste mich extrem auf einen noch halbwegs flüssigen Tritt konzentrieren.

Etwas halfen die auf die Straße gepinselten Höhenmeterangaben. Jeder einzelne Höhenmeter von 840 bis 1.120 müNN wird hier permanent ausgewiesen.

Irgendwann war es dann tatsächlich geschafft, noch einmal mit vollem Schub über den Pass, um die richtige Gruppe zu halten.
Und es war die richtige Gruppe, wie sich bald herausstellte! Zu viert (mit Andrea Castelletti, Niki Giussani und Emidio Celani) nahmen wir schnell die Abfahrt und arbeiteten über die zweite Hürde Ghisallo hinaus sehr gut zusammen.

Belohnt wurden wir, als wir bei Kilometer 100 eine fünf Mann starke Gruppe einholten, mit der es in die zunehmend ansteigende Zielrampe ging. Es ging noch um Gesamtplatz 7, aber kaum jemand war in der Lage, wirklich zu forcieren.

Auch bei mir war es ein gequältes Gezappel mit verkrampften Beinen, das auf dem 13. Gesamtplatz und Platz 2 in der Altersklasse endete.
Leider ist meine Straßensaison mit lediglich zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden schon wieder zu Ende. Aber dies hat mehr als ausgereicht, mit einem sehr guten Gefühl in die Vorbereitung der Saison 2020 zu starten. Motiviert und optimistisch, dass wieder etwas und noch einiges möglich sein kann.

Fotos: Sportograf

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