Welchen Einfluss hat guter Schlaf auf das Immunsystem und die Infektanfälligkeit? Dieser Frage geht eine Studie der University in Liverpool nach.

Schlaf ist einer der wichtigsten Faktoren für die Regeneration von Sportlern. Er beeinflusst damit indirekt auch die Leistung. Viele Athleten überwachen daher ihren Schlaf und versuchen, die oftmals empfohlenen sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht zu erreichen. Wie viel Schlaf man allerdings tatsächlich benötigt, ist bis heute unklar und sehr individuell. Sportler, die wenig beziehungsweise schlecht schlafen, scheinen jedoch häufiger krank zu sein.
Den Einfluss der Schlafqualität auf die Immunfunktion haben nun britische Forscher der Jon Moores University in Liverpool untersucht.
Studie zum Zusammenhang zwischen Schlaf und Infektanfälligkeit
Insgesamt nahmen mehr als 1300 Soldaten in der Grundausbildung an der Studie teil. Vor Beginn des zwölfwöchigen Trainingsprogramms ließen die Forscher die Probanden über ihren Schlaf berichten.
Anschließend teilten sie die Teilnehmer in zwei Gruppen: Die eine bestand aus Personen, die während des Trainingsprogramms ihre gewohnte Schlafenszeit beibehielten, die Probanden der Referenzgruppe schliefen pro Nacht mindestens zwei Stunden weniger als üblich.
Die Schlafdauer wurde aufgezeichnet und die Wahrnehmung der Schlafqualität überwacht. Anschließend wurden die Probanden von einem Arzt auf Infektionen der oberen Atemwege untersucht
8 Beispiel-Tipps für eine verbesserte Schlafqualität
Es gibt Bedingungen und Verhaltensweisen, mit denen sich gesunder Schlaf nachweislich fördern lässt.
- Keine koffeinhaltigen Getränke nach 17 Uhr. Koffein hemmt die Ausschüttung von Adenosin nachweisbar sehr stark und reduziert dadurch die Müdigkeit.
- Weitgehender Verzicht auf Alkohol. Alkoholkonsum kann zwar das Einschlafen beschleunigen, unterdrückt dann aber den Tief- und den REM-Schlaf.
- Keine schweren Mahlzeiten unmittelbar vor dem Schlafen. Durch eine erhöhte Magen- und Darmaktivität kann der Schlaf klar unruhiger werden.
- Ein persönliches Einschlafritual wie zum Beispiel Lesen kann beim Einschlafen helfen. Der Schlaf sollte direkt an das Einschlafritual gekoppelt werden.
- Eine angenehme Atmosphäre im Schlafzimmer trägt zu einem gesunden Schlaf bei. Eine Temperatur von 15 bis 18 Grad gilt im Schlafzimmer als optimal.
- Kein Smartphone, Tablet oder Laptop direkt vor dem Schlafen. Das kurzwellige blaue Licht der Bildschirme wirkt aktivierend und senkt die Müdigkeit.
- Ausreichend Bewegung am Tag, idealerweise im Freien und bei Tageslicht. Bewegung an der frischen Luft trägt dazu bei, dass man abends müde wird.
- Regelmäßige Schlafenszeiten, auch an den Wochenenden. Dadurch gewöhnt sich der Körper an einen Rhythmus und passt sich auf Dauer an diesen an.
Ergebnis der Studie
Das Ergebnis der Studie: Diejenigen Soldaten, die weniger schliefen und zudem über eine schlechte Schlafqualität berichteten, hatten ein fast dreifach erhöhtes Infektionsrisiko. Die Probanden, die dagegen trotz des reduzierten Schlafs gefühlt gut schliefen, waren nicht häufiger krank als die Teilnehmer der Referenzgruppe.
Das Fazit der Wissenschaftler: Sportler sollten sich vor allem auf die Schlafqualität konzentrieren und nicht nur auf die Schlafdauer.