Sicherheit und Sichtbarkeit: Lampen und Leuchtsysteme gehören zur Radsportler-Grundausstattung. Wir haben zwölf Modelle ab 33 Euro ausgiebig getestet.
Wie eine Motte folgt man als Radsportler nachts dem Licht – es ist alles. Ohne Licht sieht man im Dunkeln nichts und wird nicht gesehen. So folgt man dem Lichtkegel der Lampe, die am eigenen Lenker angebracht ist. Doch: Wie weit reicht dieses Licht? Und wie lange kann es strahlen? Anders gesagt: Wie lange „hält“ der Akku? Was können moderne Rad-Lichtanlagen? Diese und etliche andere Fragen haben wir im Rahmen dieses Vergleichstests beantwortet.
Auf dem Markt gibt es unzählige Lampen für Radfahrer. Für das Rad, den Helm, die Kleidung – blinkend oder konstant leuchtend. Doch hierzulande gelten im Straßenverkehr eigene klare Vorgaben, in Form der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, kurz StVZO. Sie zu erfüllen, ist für die Beleuchtungshersteller aufwendig. In vielen Ländern ist zum Beispiel die Blinkfunktion zugelassen – in Deutschland nicht. In diesem Test finden sich nur „legale“ Modelle, die der StVZO entsprechen.

Unterschiede
Die Preise, Funktionen, Akkus et cetera der getesteten Lampen unterscheiden sich stark. Wer nur selten im Dunkeln unterwegs ist und primär gesehen werden will, kommt meist mit einer in der Relation geringen Leuchtkraft – und damit mit günstigen Modellen – zurecht.
Wer selbst gut sehen will, braucht mehr Leistung – und muss dafür auch mehr zahlen. Ab wann ist eine Lampe hell genug? Im Test zeigt sich: Fast alle Modelle bieten eine gute Ausleuchtung. Die Top-Modelle erzeugen taghelle Sichtverhältnisse, aber auch günstigere Varianten liefern ausreichend Licht.

Akkulichter in drei Kategorien
Man kann die Lichter in drei Kategorien einteilen. Die Modelle der ersten Kategorie sind primär für den Stadtverkehr und den sporadischen Einsatz geeignet. Sie bieten Beleuchtungsstärken von 30 bis 60 Lux – dies reicht aus, um gesehen zu werden und selbst genug zu sehen. Die zweite umfasst stärkere Modelle, die mit 80 bis 100 Lux bis zu 100 Meter weit leuchten. Kategorie drei ist für die Viel- und Langstreckenfahrer sowie Rad-Pendler. Diese Lampen bieten eine enorme Leuchtkraft von mehr als 100 Lux und leuchten zudem auch seitlich weit aus.
Gerade bei den Modellen der beiden letztgenannten Kategorien gilt es, auf dem Rad auch immer an die entgegenkommenden Rad- und Autofahrer zu denken. Diese zu blenden, wäre eine schlechte Idee.

Leuchtdauer
Eine weitere wichtige Test-Kategorie betrifft die Leuchtdauer. Diese lässt sich über die Zahl der Amperestunden, die ein Akku leistet, die Wattzahl des Leuchtmittels und die Spannung errechnen. In der Praxis gilt meist: Ein größerer, schwererer Akku ermöglicht eine längere Leuchtdauer. Und: Je niedriger die Beleuchtungsstufe gewählt ist, desto länger ist die Laufzeit.
Wir haben für diesen Vergleichstest ausschließlich recht kompakte Modelle getestet, die über einen internen Akku verfügen. Modelle mit einem externen Energiespeicher verfügen natürlich im Mittel entweder über eine größere Leuchtkraft oder eine längere Leuchtdauer – oder auch beides. Sie sind jedoch in der Regel auch schwerer, größer und teurer.

Montage
Normalerweise ist die Montage einer kompakten Akku-Fahrradlampe unkompliziert: Man befestigt sie mit einem Gummiband am Lenker beziehungsweise an der Sattelstütze und startet die Nachtfahrt.
Schwieriger wird es jedoch, wenn Aero-Komponenten verbaut sind. Dann reichen die standardmäßigen Befestigungsbänder oft nicht aus – sie sind zu kurz oder die Halterung passt nicht zur speziellen Form des Lenkers oder der Stütze. Besonders bei den neuen Cockpit-Designs sind klassische Befestigungslösungen oft keine Option mehr.
Hier kommen GoPro-kompatible Adapter ins Spiel: Immer mehr Lampen lassen sich nachträglich damit ausstatten. Diese Adapter wiederum passen zu vielen Radcomputer-Halterungen – auch an Aero-Lenkern.
Bei manchen Cockpit-Varianten muss man jedoch selbst tätig werden. Der Umbau erfolgt dabei nach dem Prinzip: Funktion geht vor Optik. Optisch schöner ist die Position unterhalb des Lenkers, diese ist an einem voll bepackten Gravelbike jedoch oft nicht möglich. Dann bleibt nur die Montage oben. Auch beim Rücklicht gibt es solche Herausforderungen – insbesondere bei aero- oder d-förmigen Sattelstützen.


Funktion & Sicherheit
Die Top-Modelle dieses Vergleichstests bieten eine einfache Bedienung und eine gut sichtbare, mehrstufige Akku-Anzeige. Vorbildlich ist hier etwa das Modell Sigma Aura, das mit dem Rücklicht gekoppelt werden kann und dessen Ladezustand mit anzeigt.
Funktionen wie eine automatische Anpassung der Beleuchtungsstärke oder ein Tagfahrlicht-Sensor erhöhen die Sicherheit weiter. Zwar können solche Features die Leuchtdauer verkürzen, doch der Zugewinn an Komfort und Funktionalität wiegt das für viele Nutzer deutlich auf. Die geringere Laufzeit wird deshalb meist bewusst in Kauf genommen.
Funktionsumfang bei Rücklichtern
Auch bei den kleinen Rücklichtern nimmt der Funktionsumfang zu. Gerade die Bremslichtfunktion ist eines der Top-Features bei immer mehr Modellen. Eine oder mehrere LEDs schalten sich automatisch zu, wenn das Rad abgebremst wird.
Ein Sicherheitsfeature, das sich immer weiter verbreitet, bietet etwa das Garmin Varia Radar: Es warnt optisch und akustisch vor von hinten herannahenden Autos, und zwar oft schon, bevor man diese hört. Damit trägt das Rückleuchten- und Safety-System enorm zur persönlichen Sicherheit bei – auch und gerade dann, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist. Es kann auch in die meisten hochwertigen Radcomputer integriert werden.
Auch der Hersteller Wahoo hat im Frühjahr seinen Trackr Radar auf den Markt gebracht. Diesen gibt es bisher aber nur ohne deutsche Zulassung.
Sinnvoll und im Test überzeugend sind auch weitere Funktionen wie etwa ein Tageslicht-Sensor, der das Licht bei Dämmerung automatisch zuschaltet, sowie die Auto-Abschaltfunktion.
Frontlichter im Test

Rücklichter im Test

Die ausführlichen Testberichte der Akkulichter und Leuchtsysteme lesen Sie in der RennRad 9/2025. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.