Der Weg zur Topform – Teil 5: Die Generalprobe

Maren und Isa Franz sind Zwillinge. Während der ersten Kontaktbeschränkungen im Frühjahr 2020 haben sie das Rennradfahren für sich entdeckt – wie viele andere auch. Sie sind sportlich, motiviert und ambitioniert. Gemeinsam mit unserem Partner, dem Radlabor, wollen wir herausfinden, wie sich die beiden mit fünf Monaten professionellem und gezieltem Training verbessern können. Und welche Unterschiede in der Wahrnehmung, der Anstrengung und in den Ergebnissen lassen sich zwischen den Zwillingen feststellen? Das Ziel: den Gran Fondo beim 3RIDES Festival in Aachen im Mai 2022 meistern. Auf radclub.de führen Isa und Maren ein Trainingstagebuch. Diesmal: die Generalprobe beim Amstel Gold Race.

Hier geht es zu Teil 1 des Trainings-Tagebuchs – die Leistungsdiagnostik

Hier geht es zu Teil 2 – erste Schritte

Hier geht es zu Teil 3 – der Powermeter-Test

Hier geht es zu Teil 4 – Fortschritte und Veränderungen


Unser Partner: Radlabor

Das Radlabor (Webseite) ist der offizielle Trainingspartner des Radclubs und des R2C2 (RennRad Cycling Club). Zum Angebot des Unternehmens gehören neben Trainingsberatung auch Labordienstleistungen wie Bikefitting, Kaufberatung und Leistungsdiagnostiken an den Standorten Freiburg, München und Frankfurt. Hier mehr Infos zur Partnerschaft. Weitere Hintergründe, Anregungen, Tipps und Rezepte rund ums Radfahren findest du im Radlabor-Blog.


Das Fazit der Zwillinge zum Amstel Gold Race

In drei Wochen ist es so weit: Der Gran Fondo des 3Rides-Festival in Aachen steht an. Es ist das Ziel, auf das die Zwillinge Maren und Isa seit vier Monaten hinarbeiten. Einen Monat vor dem Saisonhöhepunkt fand die Generalprobe statt: Das Jedermannrennen des Klassikers Amstel Gold Race. Die Zahlen: 140 Kilometer und knapp 2000 Höhenmeter. Im Interview erzählen die Zwillinge von ihrer Form, ihren Erfahrungen und dem ersten Mal bei einem Profirennen.

Teil 5: Die Generalprobe

Das war ja eure Generalprobe- wie fällt eure Gesamtbilanz aus?

Schwer zu beurteilen, aber im Großen und Ganzen schauen wir mit gemischten Gefühlen auf den Gran Fondo. Wir müssen dazu sagen, dass wir vor drei Wochen Corona hatten und noch nicht wieder im normalen Training angelangt sind. Maren wollte eigentlich am Samstag nicht mitfahren, da sie sich die ganze Woche über nicht fit gefühlt hat.

Allerdings verlief die Ausfahrt am Freitag super und daher hatte sie sich spontan umentschieden. Wenn man es aus diesen Blickwinkel betrachtet, waren wir sehr zufrieden, schließlich saß sie innerhalb von 4 Wochen nur dreimal auf dem Rad.  Allerdings haben wir beide gemerkt, wie viel Energie uns das schlechte Wetter gekostet hat. Das kann einerseits daran liegen, dass wir allgemein mit Kälte nicht so gut klar kommen und andererseits an unserer eher semi-guten Ausstattung an langen Radklamotten. Daher hoffen wir einfach ganz stark auf gutes Wetter Mitte Mai.

Der “Parc fermé” des Amstel Gold Race

Was hat euch besonders überrascht?

Was uns wirklich sehr überrascht hat war, wie viele Radsportbegeisterte an der Toerversie teilgenommen haben und gleichzeitig wie viel anstrengender es ist, mit so vielen Leute auf einer Strecke zu fahren. Wir haben letztes Jahr zwei Mal einen Radmarathon (die MSR und den Arber Radmarathon) mitgemacht und haben erwartet, dass es so ähnlich verlaufen wird. Aber mit 15.000 Menschen gemeinsam auf teilweise sehr engen Radwegen zu fahren, ist wirklich eine ganz andere Hausnummer. 

Ebenso waren wir über die nicht vorhandenen Startzeiten überrascht. Hier sind wir morgens einfach an den Start gerollt und konnten losfahren. Manchmal war es für uns schwierig, das Verhalten der anderen Teilnehmer nachzuvollziehen. In einigen Situationen hätte man rücksichtsvoller miteinander umgehen können und gleichzeitig konnten wir dieses “Ellbogen-Verhalten” nicht nachvollziehen, da es hier ja um nichts ging.

Was war der schönste und der schlimmste Moment?

Es ist immer schwer einen Moment als DEN schönsten oder DEN schlimmsten Moment zu bezeichnen. Aber einer der schlimmsten Momente war wahrscheinlich, als wir in der Früh das Hotel verlassen haben und mit Schnee, Hagel und einer Temperatur von zwei Grad begrüßt wurden. Da steigt natürlich die Vorfreude auf eine 6-7 stündige Tour auf dem Rad… Während der Tour hat sich das Wetter Gott sei Dank mehrfach geändert, sodass wir meistens “nur” von Regen begleitet wurden, aber auch den einen oder anderen Sonnenstrahl abbekommen haben. 

Der Plattfuß wird mir professioneller Hilfe behoben.

Ein schöner Zufall war für uns, dass die Strecke an unserem Hotel vorbeigeführt hat und wir nach knappen 60 Kilometern total durchnässt einen kurzen Zwischenstopp einlegen konnten. Dort konnten wir einmal unsere komplette obere Bekleidung tauschen, ein zweites Paar Wechsel-Handschuhe mitnehmen um dann gefühlt wie neu den letzten Teil der Strecke antreten. Der Moment hielt leider nicht lange an, nachdem Isa einen Kilometer nach dem Hotel einen Platten hatte – die erste Reifenpanne unseres Lebens. Aber nachdem wir auch hier grandiose Hilfe hatten (Danke Daniel :)), war das nicht unser schlimmster Moment, sondern wir konnten sogar etwas lernen.

Das Radclub-Team beim Amstel Gold Race

DEN schönsten Moment hatten wir an dem Tag nicht, sondern es waren einige schöne Momente, wie zum Beispiel: Die Tour, die wir zu dritt mit dem Radclub-Leiter Daniel Lenz bestritten haben; die kurzweiligen Verpflegungsstopps; das Wetter, das unserer Laune nichts anhaben konnte und dass wir keinen zweiten Platten hatten. Das Flickzeug unsers Dreier-Teams zusammengelegt hat nur für einen Platten gereicht hat.

Wie blickt ihr von den Erfahrungen des Wochenendes auf den Gran Fondo?

Wenn wir ehrlich sind, ein wenig mit gemischten Gefühlen. Es ist nicht so, dass wir Bedenken hätten, dass wir es nicht ins Ziel schaffen, auch wenn wir vor den Höhenmetern und den “Rampen”, die uns auf der Tour erwarten, echt großen Respekt haben. Denn wenn wir unsere Leistung vom letzten Jahr anschauen, wissen wir wozu wir in der Lage sind und welche Fortschritte wir in kürzester Zeit machen können. Momentan ist aber die eigene Sicherheit und das Vertrauen in uns selbst nicht da.

Wir merken, dass Corona Spuren hinterlassen hat – auch wenn wir beide einen milden Verlauf hatten. Der Sprung von “guter Tag” zu “schlechter Tag” und andersherum, ist momentan recht schnell und auch ohne, dass wir das vorhersehen können. Da die Situation für uns neu ist, können wir überhaupt nicht einschätzen wie sich das noch weiter entwickelt. Deshalb wird für uns der Gran Fondo auf jeden Fall sehr spannend werden.

Ihr habt an dem Wochenende erstmals aus Profiradsport-Luft geschnuppert. Wie sind eure Eindrücke?

Es war sehr aufregend und interessant. Isa hat selbst noch nie ein Radrennen gesehen und Maren erst eines im Fernsehen verfolgt. Deshalb hatten wir beide von vielen Dingen keine Ahnung. Da war es für uns besonders schön, ein paar Leute um uns herum zu haben, die einiges wussten. Aber auch allein der Trubel und die Anspannung, die rundherum herrscht, ist toll. Es hat Riesenspaß gemacht, dabei zu sein und es live zu erleben.

Was uns besonders in Erinnerung geblieben ist: als wir am Streckenrand am Gulpenerberg auf die Profis gewartet haben, die an uns vorbeigezogen sind und man das Knarzen der Schaltungen und das Surren der Räder gehört hat. Man kann sich gar nicht vorstellen wie laut das ist und in welchem Affenzahn die den Berg hoch jagen. Vor allem, wenn man weiß, wie man selber am Tag zuvor dort hochgekrochen ist.  Wir haben uns das Rennen im Nachhinein im Fernsehen angesehen, um es nochmal Revue passieren zu lassen.

Das Erlebnis, Teile der Strecke selbst abfahren zu dürfen und diese am nächsten Tag bei den Profis wiederzuerkennen, ist wirklich was ganz besonderes und können wir nur jedem empfehlen. Das Amstel Gold Race war zwar unser erstes Rennen das wir gesehen haben, wird aber bestimmt nicht unser letztes bleiben.

Im Ziel scheint sogar die Sonne.

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