Im Zwift-Rennen gegen Mathieu van der Poel: „Mein Puls war nie unter 180“

Den Radsportfans fehlen in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie fast die kompletten Frühjahres-Rennen. Um nicht komplett auf die Wettbewerbe zu verzichten, haben mehrere Profiteams an diesem Wochenende, an dem normalerweise die Ronde Van Vlaanderen stattgefunden hätte, virtuelle Rennen auf Zwift veranstaltet. Darunter das Team Alpecin-Fenix rund um Mathieu van der Poel. Der deutsche Amateur Benedikt Helbig ist für das RennRad-Magazin und den R2C2 mit an den Start gegangen – und hat eine beachtliche Leistung abgeliefert.

So war es Benedikt, der erste Attacke des Rennens – das über einen 27 Kilometer langen Parcours rund um Richmond führte – am Anstieg der 23rd Street setzte und dabei zeitweise eine Leistung von 9 Watt pro Kilogramm abrief. Im weiteren Verlauf zeigte sich Benedikt immer wieder an der Spitze einer Gruppe aus rund 25 Fahrern, die dem Rennen den Stempel aufdrückte – zu einem Zeitpunkt, da Mathieu van der Poel längst den Anschluss verloren hatte.

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Rund 19 Kilometer vor dem Ziel setzte sich ein Quartett rund um den Triatleten Lionel Sanders (2017 Zweiter bei der Ironman-WM auf Hawai) aus der Gruppe ab. Mit einem bärenstarken Antritt gelang es dem Kanadier, für das Team Canyon ZCC unterwegs, schließlich, seine Wettbewerber 9 Kilometer vor dem Ziel abzuschütteln und auf diese zeitweise einen Vorsprung von 20 Sekunden herauszufahren. Am Ende wurde es noch einmal spannend. Das Verfolgerfeld raste heran, doch Sanders rettete einen Zwei-Sekunden-Vorsprung vor dem Schweden Samuel Brännlund ins Ziel. Benedikt rollte als 13. über die Ziellinie.

Benedikt während des Rennens.
Benedikt zeigt sich mehrfach den der Spitze der Gruppe.

Im Interview vor dem Rennen schilderte Benedikt seine Erwartungen.

Was reizt Dich an diesem Rennen?
Ich kann mir noch nicht ganz vorstellen, was mich erwartet. So geht es wahrscheinlich den meisten Teilnehmern. Natürlich ist die (virtuelle) Anwesenheit von MVDP und seinen Teamkollegen aufregend…

Was hast du für einen sportlichen Hintergrund auf dem Rad?
Ich bin mit sieben Jahren mein erstes MTB-Rennen gefahren, habe dann immer mal wieder mehr und weniger Radsport betrieben. Mit 15 Jahren habe ich plötzlich richtig Bock bekommen und ernsthaft trainiert. In der U19 und U23 bin ich dann nationale und internationale Rennen, wie etwa die MTB Bundesliga, gefahren. Als ich fast schon mit dem Radsport aufgehört habe, bekam ich im Rahmen eines studentischen Praktikums ein TT-Rad von Cube und es hat wieder richtig Spaß gemacht…

Der Moment, in dem Benedikt vorne das Tempo macht – und Mathieu van der Poel den Kontakt zur Spitzengruppe verliert.

Was war bisher Dein größter Erfolg? Beim Riderman 2019 hast Du beispielsweise gut abgeschnitten…
Ich war die letzten Jahre bei Landesmeisterschaften mehrmals auf dem Podium. 2018 wurde ich Zweiter bei dem Bundesliga EZF. 2019 war ich wegen einer schweren Verletzung lange im Krankenhaus und konnte erst im August wieder ernsthaft trainieren… Da war der Riderman natürlich eine schöne Erfahrung, wenn auch meine Form (und Gewicht) ausbaufähig war… Letzten Dezember konnte ich dann die UCI Rundfahrt Tour of Selangor mit Embrace the World fahren, hier war ich fast jeden Tag in der Fluchtgruppe und wurde bei der ersten Etappe Dritter im Tagesklassement. Die Rundfahrt war voller toller Eindrücke, und ich werde lange daran zurückdenken.

Was sind Deine Ziele, sportlich?
In er aktuellen Situation schwierig zu sagen… Eigentlich wäre ich heute in Düren zum Bundesligaauftakt. Ich hatte den Traum auf eine Podiumsplatzierung bei der TT-Deutschen-Meisterschaft, wenn alles ideal läuft, wäre das in meinen Möglichkeiten.

Welche Erfahrungen hast Du auf Zwift geammelt?
Ich war 2014 oder 2015 in der Beta-Gruppe. Danach habe ich Zwift einige Jahre gar nicht mehr benutzt, seit Winter ’18/’19 benutze ich es wieder vermehrt, gerade für Intervalle.

Fast am Ende der Kräfte – Benedikt nach der Zieleinfahrt.

Wie gut bist Du auf das Rennen vorbereitet?
Eigentlich gar nicht, ich habe wegen der aktuellen Situation kein strukturiertes Training die letzten Wochen gemacht…

Wie schätzt du diese Zwift-Rennen in einer virtuellen Umgebung ein? Ist das jetzt eine Notlösung oder findest du das Format unabhängig von der aktuellen Krise auch spannend?
Spannend ja, solange die Teilnehmer halbwegs ehrlich bei ihrem Gewicht sind und nicht an Powermetern etc. manipuliert wird.

Und welche Erfahrungen hat Benedikt im Rennen selbst gemacht? Dazu das Videointerview, das wir direkt im Anschluss aufgenommen haben.

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